Stader Tagespflege

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Bericht im Stader Tageblatt vom 12.02.2016
Stader Tageblatt vom 12.02.2016:

STADE. Der Alten- und Krankenpflegedienst Ambulantia bietet ab Sommer 2016 eine Tagespflege in Schölisch an. Der Neubau feierte bereits Richtfest. Die Verhandlungen mit den Kostenträgern laufen. Von der Stadtverwaltung zeigen sich die von Stemms indes enttäuscht.

Im Alter den Verwandten nicht zur Last fallen und trotzdem nicht dauerhaft in einem Pflegeheim leben. Das sei für viele Menschen wichtig, sagt Sonja von Stemm. Aus diesem Grund werden sie und ihr Mann Eckard von Stemm neben ihrem ambulanten Dienst ab Sommer Tagespflege für bis zu 15 Menschen anbieten. Seit November vergangenen Jahres laufen die Arbeiten auf der Baustelle in der Schölischer Straße für die neue Einrichtung.

Das Grundstück umfasst 1200 Quadratmeter. Um das Gebäude herum werden ein Garten und eine große Terrasse liegen. Die Tagespflege selbst wird ausschließlich im Erdgeschoss angesiedelt sein. Darüber liegen zwei Wohnungen, die vermietet werden. Bis zu 15 Menschen können betreut werden. Fünf neue Fach- und Betreuungskräfte sind bereits gefunden und werden ihren Dienst zusammen mit einer Köchin antreten.

Umso verwunderlicher findet das Ehepaar das fehlende Interesse der Stadt Stade. „Wir haben Bürgermeisterin Silvia Nieber wegen unseres Neubaus eingeladen und keine Antwort erhalten“, sagt Sonja von Stemm. Die Unterstützung der Stadt halte sich in Grenzen. „Das kann daran liegen, dass mit den Stader Betreuungsdiensten eine 100 Prozentige Tochter der Stadt der direkte Konkurrent ist“, vermuten die Betreiber des Ambulantia Pflegedienstes. Die Stader Betreuungsdienste bieten derzeit die einzige Tagespflege in Stade an. Dass die Tochter der Stadt zudem der einzige Dienst ist, der offensichtlich auf der Stader Internetseite beworben wird, hält Sonja von Stemm für „unglücklich“.

 

 

Aus diesem Grund haben sich die von Stemms nun an die Landtagsabgeordnete Petra Tiemann gewendet. „Sie setzt sich für die Pflege ein“, sagt von Stemm und erhofft sich mehr Unterstützung.

Der ungewöhnliche Bauzeitraum über den Winter sei den Planungen geschuldet. Bereits 2014 hatten die von Stemms die Idee, ihr Unternehmen um eine Tagespflege zu erweitern. Eine bestehende Immobilie fiel schnell aus der Auswahl und sie entschieden sich für den Neubau.

„Wir wollten selber entscheiden, wie das Gebäude aussehen soll“, sagt Sonja von Stemm. Außerdem sei die Nähe zum Pflegedienst sehr praktisch. Ebenfalls von Vorteil: Die Heimaufsicht ist bereits während der Bauarbeiten immer wieder vor Ort, sodass etwaige Änderungen sofort umgesetzt werden können. Die Investitionskosten tragen die Betreiber komplett allein.

Ohne Risiko ist der Einstieg in die Tagespflege für den Ambulantia Pflegedienst nicht. Bevor die Betreiber wissen, wie sie die Kosten für ihre Tagespflege kalkulieren können, müssen Verhandlungen mit den Kostenträgern, den Pflege- und Krankenkassen geführt werden. Hierbei geht es um die Pflegesätze, die schon seit längerem Grund für Streiks in der Branche sind. „Die Sätze sind zu niedrig“, sagt auch Sonja von Stemm. Betreiber von Pflegeeinrichtungen arbeiten ein Kostenpaket aus.

Die Kassen entscheiden dann, welche Kosten sie tatsächlich tragen wollen. Erst dann können die von Stemms festlegen wie viel Geld sie unter anderem für Personal-, und Lebensmittelkosten einplanen können. Trotz der niedrigen Pflegesätze sind Sonja und Eckard von Stemm optimistisch, dass die Tagespflege gut laufen wird. „Der Bedarf in Stade ist groß.“

Bericht im Stader Tageblatt vom 21.06.2016
STADE. 2020 soll es drei Millionen Pflegebedürftige in Deutschland geben. Bis 2050 könnte sich die Zahl verdoppeln. Wer soll sich um alle kümmern? Viele versprechen sich Heil in der Tagespflege. Auch das Ehepaar von Stemm setzt auf teilstationäre Betreuung.

13 800 ambulante und 11 500 stationäre Pflegeeinrichtungen gibt es in Deutschland. Das geht aus der Internetplattform www.pflegedatenbank.com hervor. Im Landkreis Stade sind aktuell elf Tagespflegeeinrichtungen verzeichnet, die zwischen 10 und 24 Betreuungsplätze vorhalten. Die Mehrzahl aller Dienste in der Republik ist in privater Trägerschaft (63 Prozent). So auch in der Region: Drei Dienste betreibt allein das Deutsche Rote Kreuz.

Geografisch gesehen gibt es in der Stadt Stade mit fünf Einrichtungen ein Übergewicht. Das neueste Haus, die Stader Tagespflege Ambulantia, haben Sonja und Eckhard von Stemm erst am Montag eröffnet. Bis zuletzt wurde an dem Neubau an der Schölischer Straße gewerkelt. Erst vor ein paar Tagen wurde der Rollrasen ausgelegt. Das Ehepaar bietet dort ab sofort bis zu zwölf Patienten eine maßgeschneiderte Unterstützung und Unterhaltung auf 200 Quadratmetern durchdachter und familiärer Fläche.

Morgens um halb 9 kommen die Menschen mit dem Fahrdienst der Börne in die Einrichtung. Unter ihnen sind körperlich Pflegebedürftige ebenso wie Menschen mit Demenz. Um ihren vielschichtigen Bedürfnissen gerecht zu werden, hat Mitarbeiterin Natalie Wagner eine Weiterbildung zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft absolviert. Deren Arbeit zielt auf altersverwirrte Menschen ab. Übungen für Körper und Geist sollen den Patienten eine Abwechslung von ihrem Alltag ermöglichen und zugleich die Pflegenden, meist Familienmitglieder, entlasten. Zur Mittagszeit wird in der offenen und hellen Küche gekocht. Überall stehen Relaxsessel in gedeckten Farben, die zu einem Schläfchen einladen, ehe die Patienten gegen 16.30 Uhr die Heimreise antreten.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Pflegebedürftigen im Jahr 2020 auf 2,83 Millionen steigen. Die Prognose für das Jahr 2050 schwankt zwischen 3,2 und 5,9 Millionen Betroffenen. Landkreisweit stehen momentan 164 Betreuungsplätze in der Tagespflege zur Verfügung. Fachleute gehen davon aus, dass der Zweig in den kommenden Jahren mehr Zulauf bekommen wird. Zehn der Tagespflegeeinrichtungen im Landkreis wurden allein nach dem Jahr 2010 gegründet.

Ein Argument für die stationäre Tagespflege: Menschen, die im fortgeschrittenen Alter aufgrund von Krankheit oder Pflegebedürftigkeit auf fremde Hilfe angewiesen sind, trennen sich ungern von den eigenen vier Wänden. Das System ist auch vom Gesetzgeber so gewollt: Die Pflegekassen zahlen Menschen mit einer Pflegestufe einen Zuschuss für die Tagespflege. Er verfällt, wenn er nicht in Anspruch genommen wird.

Die Politik zielt darauf ab, dass Pflegezentren künftig möglichst alles aus einer Hand anbieten. Auch die von Stemms widmen sich schon seit 29 Jahren mit einem Pflegedienst – nur ein paar Hundert Meter von der neuen Anlage entfernt – der häuslichen Alten- und Krankenpflege. Kombiniert beschäftigt Ambulantia derzeit etwa 20 Mitarbeiter. In zwei Drittel aller Fälle sind Tagespflegen ambulanten oder stationären Diensten angegliedert, um ein entsprechendes Fachangebot rentierlich vorhalten zu können.

„Ohne die bestehenden Strukturen ist es aus finanzieller und organisatorischer Sicht kaum möglich, eine Tagespflege einzurichten“, sagt Eckhard von Stemm. Kalkulatorisch rechne sich eine Solitäreinrichtung nicht, pflichtet seine Ehefrau bei. Ohnehin: Im Pflegesystem sehen die beiden zahlreiche Stolpersteine. Anforderungen an Pflegedokumentation und Hygiene stiegen kontinuierlich. Der Medizinische Dienst verlange den Einrichtungen mit Kontrollen viel ab.

Nach Pflegereformen sei es an der Zeit, „die Leistungserbringer zu stärken“, sagt Sonja von Stemm. Deren größtes Problem ist der Personalmangel. Das gilt für Krankenhäuser genauso wie für kleine und mittelständische Unternehmen. Für Ausbildungsplätze gibt es kaum Bewerber. Die Fluktuation in der Branche ist groß. Die von Stemms führen das allen voran auf das niedrige Lohnniveau zurück. Mit den Pflegesätzen sei keine leistungsgerechte Bezahlung möglich. Und: „Es ist immer schwierig, wenn ein Berufsstand nicht angesagt ist“, sagt Eckhard von Stemm.

 

 


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